Aufgabenbeispiele von Exponentielle(s) Wachstum / Abnahme

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prozentale Änderung bestimmen

Beispiel:

Gib für die exponentielle Wachstumsfunktion f mit f(t)= 125 0,95 t die prozentuale Änderung pro Zeiteinheit an. Handelt es sich um prozentuale Zunahme oder um prozentuale Abnahme?

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f(0) = 125

f(1) = 125 0,95

f(2) = 125 0,950,95

f(3) = 125 0,950,950,95

f(4) = 125 0,950,950,950,95

...

Mit jeder Zeiteinheit wird also der bisherige Funktionswert mit 0,95 multipliziert. Da 0,95 < 1 ist, werden die Funktionswerte mit jedem Zeitschritt kleiner, und zwar auf das 0,95-fache, also auf 95 % des vorherigen Funktionswertes.

Die prozentuale Abnahme beträgt also 100% - 95% = 5 %

c und a gegeben

Beispiel:

Ein radioaktives Element verliert jeden Tag 9% seines Bestands. Zu Beginn sind 90kg dieses Elements vorhanden. a) Wie viel kg des Elements sind noch nach 4 Tagen da? b) Wann sind nur noch 10kg vorhanden?

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Da es sich hier um exponentielles Wachstum handelt, muss der Funktionsterm von der Form f(t)= c · a t sein.

Den Anfangswert f(0)=c=90 kann man direkt aus der Aufgabe heraus lesen.

Die prozentuale Abnahme um 9% bedeutet ja, dass mit jedem Zeitschritt vom alten Bestand noch 9% weggehen,
also Bneu = B - 9 100 ⋅B = (1 - 9 100 ) ⋅ B = 0,91 ⋅ B. Somit ist das a=0,91.

Damit ergibt sich der Funktionsterm f(t)= 90 0,91 t .

zu a)

Gesucht ist der Bestand zum Zeitpunkt t=4 Tage, also f(4):

f(4) = 90 0,91 4 61,717.

zu b)

Hier wird gefragt, wann der Bestand = 10 kg ist, also f(t) = 10:

90 0,91 t = 10 |:90
0,91 t = 1 9 |lg(⋅)
lg( 0,91 t ) = lg( 1 9 )
t · lg( 0,91 ) = lg( 1 9 ) |: lg( 0,91 )
t = lg( 1 9 ) lg( 0,91 )
t = 23,2977

Nach ca. 23,298 Tage ist also der Bestand = 10 kg.

c und ein Funktionswert gegeben

Beispiel:

In einem Land hat man festgestellt, dass die Anzahl einer bestimmten Insektenart exponentiell abnimmt. Zu Beginn der Beobachtung wurden 10 Millionen dieser Insekten geschätzt. 6 Jahre nach Beobachtungsbeginn werden noch 4,34 Millionen der Insekten geschätzt. a) Wie viele Millionen der Insekten gibt es in dem Land noch nach 7 Jahren? b) Wann erwartet man nur noch 2,9 Millionen dieser Insekten?

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Da es sich hier um exponentielles Wachstum handelt, muss der Funktionsterm von der Form f(t)= c · a t sein.

Den Anfangswert f(0)=c=10 kann man direkt aus der Aufgabe heraus lesen.

Somit wissen wir bereits, dass der Funktionsterm f(t)= 10 a t mit einem Wachstumsfaktor a sein muss.

Der Wachstumsfaktor a ist zwar nicht gegeben, wir wissen aber, dass nach 6 Jahre der Bestand 4.34 Millionen Insekten ist, also f(6) = 4.34. Dies setzen wir in unsern bisherigen Funktionterm f(t)= 10 a t ein:

10 a 6 = 4,34 |:10
a 6 = 4,34 10 | 6
a1 = - 4,34 10 6 -0,87
a2 = 4,34 10 6 0,87

Da der Wachstumsfaktor a immer positiv sein muss, ist a= 0,87 ≈ 0.87 die einzige sinnvolle Lösung.

Damit ergibt sich der Funktionsterm f(t)= 10 0,87 t .

zu a)

Gesucht ist der Bestand zum Zeitpunkt t=7 Jahre, also f(7):

f(7) = 10 0,87 7 3,773.

zu b)

Hier wird gefragt, wann der Bestand = 2.9 Millionen Insekten ist, also f(t) = 2.9:

10 0,87 t = 2,9 |:10
0,87 t = 0,29 |lg(⋅)
lg( 0,87 t ) = lg( 0,29 )
t · lg( 0,87 ) = lg( 0,29 ) |: lg( 0,87 )
t = lg( 0,29 ) lg( 0,87 )
t = 8,8888

Nach ca. 8,889 Jahre ist also der Bestand = 2.9 Millionen Insekten.

a und ein Funktionswert gegeben

Beispiel:

Eine Bakterienkultur vermehrt sich stündlich um 14%. 6 Stunden nach Beobachtungsbeginn sind es bereits 39,51Millionen Bakterien.a) Wie viel Millionen Bakterien hat die Bakterienkultur nach 4 Stunden? b) Wann umfasst die Kultur 118 Millionen Bakterien?

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Da es sich hier um exponentielles Wachstum handelt, muss der Funktionsterm von der Form f(t)= c · a t sein.

Die prozentuale Zunahme um 14% bedeutet ja, dass mit jedem Zeitschritt zum alten Bestand noch 14% dazukommen,
also Bneu = B + 14 100 ⋅B = (1 + 14 100 ) ⋅ B = 1,14 ⋅ B. Somit ist das a=1,14.

Somit wissen wir bereits, dass der Funktionsterm f(t)= c · 1,14 t mit einem Anfangswert c sein muss.

Wir kennen zwar den Anfangswert f(0)=c nicht, wissen aber, dass nach 6 Stunden der Bestand 39.51 Millionen Bakterien ist, also f(6) = 39.51. Dies setzen wir in unsern bisherigen Funktionterm f(t)= c · 1,14 t ein:

c ⋅ 1.146 = 39.51

c ⋅ 2.19497 = 39.51 | : 2.19497

c = 18

Damit ergibt sich der Funktionsterm f(t)= 18 1,14 t .

zu a)

Gesucht ist der Bestand zum Zeitpunkt t=4 Stunden, also f(4):

f(4) = 18 1,14 4 30,401.

zu b)

Hier wird gefragt, wann der Bestand = 118 Millionen Bakterien ist, also f(t) = 118:

18 1,14 t = 118 |:18
1,14 t = 59 9 |lg(⋅)
lg( 1,14 t ) = lg( 59 9 )
t · lg( 1,14 ) = lg( 59 9 ) |: lg( 1,14 )
t = lg( 59 9 ) lg( 1,14 )
t = 14,3504

Nach ca. 14,35 Stunden ist also der Bestand = 118 Millionen Bakterien.

Halbwerts-/Verdoppl.-Zeit bestimmen

Beispiel:

Gegeben ist der Exponentialfunktion f mit f(t)= c · 1,031 t mit unbekanntem Anfangswert c.

Bestimme die Verdopplungszeit.

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Den Wachstumsfaktor a kann direkt aus dem Funktionterm f(t)= c · 1,031 t ablesen: a=1.031.

Mit der Formel für die Verdopplungszeit gilt: TV = loga(2).

Also TV = log1.031(2) ≈ 22.7 (Zeiteinheiten)

Halbwerts-/Verdoppl.-Zeit (Anwendung)

Beispiel:

Bei einer Internetseite kann man davon ausgehen, dass sich die Anzahl der Nutzer wöchentlich um 25% vermehrt. Wie lange braucht es, bis sich die Nutzerzahl verdoppelt hat?

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Die prozentuale Zunahme um 25% bedeutet ja, dass mit jedem Zeitschritt zum alten Bestand noch 25% dazukommen,
also Bneu = B + 25 100 ⋅B = (1 + 25 100 ) ⋅ B = 1,25 ⋅ B.

Somit gilt für den Wachstumsfaktor a (in f(t)= c · a t ): a=1,25.

Mit der Formel für die Verdopplungszeit gilt: TV = loga(2).

Also TV = log1.25(2) ≈ 3.11 Wochen

Exponentialterm mit Halbwertszeit best.

Beispiel:

Von einem radioaktiven Element mit einer Halbwertszeit von 9,6 Jahren sind zu Beobachtungsbeginn 40kg vorhanden. Bestimme den Funktionsterm der Exponentialfunktion, die die Masse des radioaktiven Elements nach t Jahren angibt.

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Von der allgemeinen Exponentialfunktion f(t)= c · a t können wir den Anfangswert c = 40 direkt der Aufgabe entnehmen.

Um nun noch den Wachstumsfaktor a zu bestimmen, nutzen wir die Formel für die Halbwertszeit: TH = loga( 1 2 ).

Also 9.6 = loga( 1 2 ). Nach der Definition des Logarithmus ist dies gleichbedeutend mit

a 9,6 = 1 2 | 9,6
a = ( 1 2 ) 1 9,6

Das gesuchte a ist somit ( 1 2 ) 1 9,6 ≈ 0.93, der gesuchte Funktionsterm f(t)= 40 0,93 t